SKK1982 - Internetpräsenz des Schachklubs 1982 Klingenberg e.V. - Spielberichte I

Spielberichte I Saison 2018/19

 

8. Spieltag: Schweinfurt I - Klingenberg I   4-4

In der letzten Runde dieser Saison trafen wir auf die Schweinfurter Schachfreunde. Für beide Teams bestand die Gefahr, dass Abstiegskonkurrent Kehlheim beim designierten Meister SW Nürnberg punktet - in diesem Fall hätte unsere Begegnung den dritten Absteiger (neben Kitzingen und Würzburg) ermittelt.

Bernd und sein Gegner waren nicht sonderlich in Spiellaune und einigten sich nach wenigen Minuten auf Remis. 0.5 - 0.5

An Brett 5 wählte Jürgen mit der Bird-Eröffnung eine zweischneidige Strategie und erreichte im Mittelspiel eine interessante Angriffsstellung. Die taktische Option 16.Txf7!? war nicht schlecht, doch nach 16...Kxf7 unterlief Jürgen mit 17.Lxe6+?? statt 17.Tf1+! ein schwerwiegender Fehler. Danach ließ Altmeister Rainer Öchslein nichts mehr anbrennen und widerlegte souverän Jürgens Versuche, noch im Trüben zu fischen. 0.5 - 1.5

Am achten Brett sprang heute Anton ein, erwischte mit einem fast 500 DWZ-Punkte stärkeren Jugendspieler allerdings ein denkbar schweres Los. Antons Skandinavische Eröffnung lief zunächst jedoch gar nicht so schlecht, mit 10...Sf4! oder 16...Sxd5! hätte Schwarz gutes Gegenspiel erlangen können. Doch als der schwarze König später unter schweren Beschuss geriet, konnte Anton dem weißen Angriff nicht mehr lange standhalten. 0.5 - 2.5

Fabian wählte gegen die Nimzoindische Verteidigung ein raumgreifendes System und erhielt vielversprechende Angriffsoptionen. Als der Nachziehende seine beste Chance 15...Lxc4! verpasst hatte, geriet die weiße Initiative so richtig ins Rollen. Mit dem Bauernopfer 19.Sf5 Lxe4 20.Th3! leitete Fabian einen starken Königsangriff ein, den der amtierende Meister von Unterfranken nicht mehr stoppen konnte. 1.5 - 2.5

Klaus L. wählte den Klassischen Sizilianer und es ergab sich ein typisches Angriffsszenario mit heterogenen Rochaden. Mit 18...b3! entschloss sich Klaus für ein starkes Bauernopfer, das die Linienöffnung gegen den weißen König garantierte. Obwohl Norbert Lukas einiges Material tauschen konnte, erwies sich Klaus' Initiative als zu stark und er gewann entscheidendes Material. 2.5 - 2.5

An Brett 2 wurde ebenfalls die Sizilianische Verteidigung diskutiert. Weiß entschloss sich dazu, mit 10.e5 die Struktur radikal zu verändern, doch Tobias erhielt eine gute Stellung. 16...f5 und 17...e4 ebnete dem schwarzen Springer den Weg zu den starken Vorpostenfeldern f3 und d3, wonach Tobias eine massive Initiative erhielt. Leider schlichen sich dann ein paar Ungenauigkeiten in Tobias' Spiel und Weiß konnte schließlich in ein ausgeglichenes Turmendspiel entkommen. 3-3

Klaus K. spielte gegen die Caro-Kann-Verteidigung und entschloss sich zu einem aggressiven System mit d-Isolani. Klaus' Königsangriff verstand Schwarz allerdings abzuwehren, wonach dieser mit seinem Läuferpaar und der besseren Struktur deutlichen Vorteil erhielt. Die Befreiungsaktion seines am Königsflügel gestrandeten g3-Turms kostete Klaus dann zu viele Bauern. 3-4

Walter geriet gegen den Alapin-Sizilianer in der Eröffnungsphase zunächst unter starken Druck. Doch nach dem gegnerischen Fehler 25.b4? (anstatt dem konsequenten 25.g4!) übernahm Walter die Initiative und besaß dann kurz nach der Zeitkontrolle trotz Minusqualität dank seiner mächtigen Zentralbauernkette eine objektive Gewinnstellung. Nicht ganz ideal war es zwar, dem Anziehenden das Rückopfer der Qualität mit 49...Lb2?! zu erlauben (einfacher gewann z.B. 49...e3! 50.fxe3 d2 51.Td1 c3!), doch auch das nun resultierende Endspiel war für Walter gewonnen, was er nach anfänglichen Problemen schließlich auch demonstrierte. 4-4

Nach hartem Kampf endete die Begegnung somit in einem leistungsgerechten Unentschieden und die nötige Schützenhilfe des Meisters gegen Kelheim blieb auch nicht aus. Mit 9-9 Mannschaftspunkten und 34.5 - 37.5 Brettpunkten liegen wir somit am Ende der Saison auf Rang 7 und dürfen uns über eine unserer stärksten Mannschaftsleistungen der letzten Jahre freuen.

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

8. Spieltag: Klingenberg I - Würzburg I   4.5 - 3.5

In der vorletzten Runde konnten wir gegen Abstiegskandidat Würzburg einen weiteren - obgleich etwas glücklichen - Sieg erringen.

An Brett 1 genügte einmal mehr Fabians bloße Anwesenheit für den vollen Punkt. 1-0

Bernd glich gegen die Königsbauerneröffnung seines Gegners aus und bot im Mittelspiel Remis an, was akzeptiert wurde. 1.5 - 0.5

Robert spielte gegen eine seltene Benoni-Eröffnung, erlangte gutes Spiel, gab sich aber ebenfalls mit einer Punkteteilung zufrieden. 2-1

Am fünften Brett führte Jürgen seine Erfolgsserie fort, diesmal mit der Französischen Verteidigung. In komplizierter Mittelspielstellung nutzte er geschickt die geschwächten schwarzen Felder des Anziehenden aus und erlangte positionellen Druck. Die Partie fand ein jähes Ende, als Weiß eine Leichtfigur einstellte. 3-1

Am Nebenbrett war die Französische Verteidigung ebenfalls siegreich, diesmal jedoch zu unseren Ungunsten. Walter demonstrierte in der Winawer Bauernraubvariante zunächst gute theoretische Kenntnisse und erhielt eine objektiv vorteilhafte Position. Doch aufgrund der enormen Komplexität dieser Eröffnungsvariante genügte bereits eine Ungenauigkeit (17.Dxc3? statt 17.g4!) und Schwarz erlangte starke dynamische Chancen. Dem schwarzen Druckspiel konnte Walter schließlich nicht standhalten. 3-2

In Klaus L.s Partie wurde die Caro-Kann-Struktur mit ...exf6 diskutiert. Klaus gelang es nicht, den Nachziehenden vor ernste Probleme zu stellen und allmählich startete Schwarz sogar aggressive Operationen gegen die weiße Königsstellung. Klaus konterte dies mit dem thematischen, hier aber fragwürdigen Zentralhebel d4-d5. Schwarz gewann somit einen Bauern, unterschätzte aber offensichtlich seine Stellung und akzeptierte prompt Klaus' Remisangebot. 3.5 - 2.5

Klaus K. wählte mit den schwarzen Steinen die klassische Variante des Abgelehnten Damengambits. Die weiße Stellung machte aufgrund der Zentrumsmehrheit im Mittelspiel den etwas besseren Eindruck, doch schließlich gelang es Klaus, die weißen Zentralbauern zuverlässig zu blockieren und eine Zugwiederholung zu erzwingen. 4-3

Am zweiten Brett spielte Tobias eine komplizierte Variante in der Réti-Eröffnung und erreichte aufgrund der flexibleren Bauernkette und seines Raumvorteils eine tendenziell günstige Stellung. Allerdings genügten ein paar Ungenauigkeiten und Schwarz erhielt plötzlich ernste Angriffschancen. Zu unserem Glück verpasste es der Würzburger aber, seine Initiative mit 29...De2! am Leben zu halten und wickelte stattdessen in ein Remis ab. 4.5 - 3.5

Somit haben wir uns zwischenzeitlich auf den siebten Tabellenplatz vorgekämpft, doch die großen Entscheidungen im Abstiegskampf werden erst in der letzten Runde fallen.

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

7. Spieltag: Klingenberg I - Kitzingen I   5.5 - 2.5

Stark ersatzgeschwächt reisten die Kitzinger Schachfreunde heute an, was uns an den ersten beiden Brettern zwei kampflose Siege einbrachte. 2-0

An Brett 7 lieferte Bernd eine solide Vorstellung, im Dameninder erreichte er nach 13...e5! vollen Ausgleich. Wenig später ergab sich ein Turmendspiel, in dem keiner der Kontrahenten Fortschritte erzielen konnte und man sich auf Remis einigte. 2.5 - 0.5

Recht unspektakulär verlief auch Klaus K.s Partie an Brett 3. Aus einer Damenbauerneröffnung ergab sich ein Mittelspiel mit völlig symmetrischer Struktur. Nachdem sämtliche Türme auf der d-Linie getauscht wurden, war die Luft dann endgültig raus und der Remisschluss folgte sogleich. 3-1

Bei Klaus L. wurde ein damenloses Mittelspiel diskutiert. Tendenziell hatte der Kitzinger hier zwar das etwas angenehmere Spiel, doch auch er willigte in die Punkteteilung ein. 3.5 - 1.5

Walter erreichte mit dem Panov-Angriff gegen FM Kunz' Caro-Kann-Eröffnung eine äußerst vielversprechende Angriffsstellung, doch der entscheidende Schlag blieb letztlich aus und Walter gab sich mit Remis zufrieden. 4-2

Simon spielte gegen die gegnerische Pirc-Eröffnung sehr riskant und akzeptierte ein doppeltes Bauernopfer, das zu einer gewaltigen schwarzen Initiative führte. Allerdings spielte der Kitzinger nun nicht präzise genug und Simon konnte seine Stellung wieder einigermaßen konsolidieren. Nach einer Ungenauigkeit ergab sich dann ein für Simon eher ungünstiges Endspiel, das dieser mit zäher Verteidigung jedoch retten konnte. 4.5 - 2.5

Jürgen begegnete dem gegnerischen Damenbauernspiel mit einem holländischen Aufbau. Im Mittelspiel agierte er zunächst ungenau und ließ sich seinen zentralen e4-Läufer abschneiden, was einen Figurenverlust für zwei Bauern hätte bedeuten sollen. Doch zu seinem Glück hatte Weiß nun einen Blackout und erlaubte Jürgen den Abtausch des totgeglaubten Läufers gegen einen Springer. Somit hatte Jürgen nicht nur einen Mehrbauern, sondern auch eine starke Königsflügelinitiative. Nun spielte er sehr überzeugend und münzte seine Vorteile erst in eine Mehrqualität und später in den Partiesieg um. 5.5 - 2.5

Der drittletzte Platz ist uns somit bereits sicher, doch noch ist unklar, ob dieser sicher zum Klassenerhalt ausreicht. Mit guten Leistungen in den letzten beiden Runden besteht aber noch die zusätzliche Möglichkeit, den rettenden siebten Tabellenplatz zu erreichen.

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

6. Spieltag: Kelheim I - Klingenberg I   3.5 - 4.5

Im Abstiegskampf der Landesliga Nord erreichten wir im fernen Kelheim einen knappen, aber äußerst wichtigen Mannschaftssieg.

Am achten Brett erreichte Robert trotz nomineller Außenseiterrolle mit den schwarzen Steinen bald eine überragende Angriffsstellung. Der weiße König geriet unter den Beschuss sämtlicher schwarzer Figuren, was die Partie vor dem 20. Zug zu unseren Gunsten entschied. 1-0

Walter erlangte gegen die Slawische Abtauschvariante eine solide und gute Stellung, was seinen Gegner zu einem Remisangebot im Mittelspiel veranlasste. 1.5 - 0.5

Ebenfalls einen halben Zähler beisteuern konnte Klaus L. gegen das Londoner System. Sein favorisierter Gegner akzeptierte in dynamisch ausgeglichener Lage Klaus' Remisangebot, was uns aufgrund der allgemeinen Mannschaftssituation sicherlich begünstigte. 2-1

Am Nebenbrett wählte Bernd gegen die Berliner Verteidigung das solide 5.Te1. Wenig später eroberte Schwarz unter Ausnutzung der schwachen weißen Grundreihe einen Zentralbauern, doch aufgrund des unterentwickelten schwarzen Damenflügels erhielt Bernd fantastische Kompensation. Nach ein paar Figurentauschen gewann Bernd den Bauern zurück und bot in objektiv vorteilhafter Lage Remis an, was der Gegner trotz des ungünstigen Mannschaftsstandes nicht ausschlagen konnte. 2.5 - 1.5

Mit wahrscheinlichen Gewinnstellungen an den Brettern 1+2 sowie "offenen" Partien an den Brettern 3+5 schien die Angelegenheit nun eigentlich sicher für uns zu sein, doch wie so oft wurde es noch einmal knapp.

Zunächst unterlag Jürgen gegen den Igelaufbau seines Gegners. Im Mittelspiel hatte Schwarz mit den typischen Hebeln ...b5 und ...d5 aktives Spiel erreicht, obgleich beide Spieler den Zwischenzug 19.Le5! übersahen, welcher Jürgen in der Folge einen Materialgewinn eingebracht hätte. Jürgens Versuch, mit dem Qualitätsopfer 22.f5?! im Trüben zu fischen, widerlegte der Kelheimer dann recht souverän. 2.5 - 2.5

Fabian nutzte in seiner Partie den gegnerischen Fehler 15...h6? mit 16.Sh4! aus, was ihm anschließend die Infiltration des schwarzen Lagers ermöglichte. Den so erreichten Materialvorteil verwertete Fabian mit solider Technik noch vor der Zeitkontrolle. 3.5 - 2.5

Klaus K. hatte mit der Réti-Eröffnung eine vielversprechende Angriffsstellung erhalten, verlor im Mittelspiel dann jedoch den Faden und büßte eine Qualität ein. Das nun entstandene Endspiel war objektiv für Schwarz gewonnen, doch der Nachziehende spielte nicht präzise genug und ließ Klaus' König nach 57...Tg1? 58.Ke5! zu aktiv werden. Gegen die Kombination aus starkem d-Freibauer, aktivem König und Läufer war der Gewinn für Schwarz dann nicht mehr möglich - Remis! 4-3

So war es nun auch zu verschmerzen, dass Tobias seine aus der Eröffnung herausgespielte Gewinnstellung mit dem unachtsamen 20...Sc8? in den Sand gesetzt hatte. Da nach 21.Lc5 das beabsichtige 21...Lh6 wegen 22.Dxh6 Dxc5+ 23.De3! keinen Materialgewinn eingebracht hätte, war diese Partie nämlich wieder offen. Schließlich ergab sich ein Leichtfigurenendspiel, in dem beide Seiten ihre Trümpfe hatten. Nachdem er den gegnerischen a-Freibauern eliminiert hatte, war Tobias zumindest nicht mehr in Verlustgefahr, doch ein Sieg war ebenfalls nicht mehr möglich, wie der Gegner später mit einem schönen Figurenopfer zur Errichtung einer Festung bewies. 4.5 - 3.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

5. Spieltag: Klingenberg I - Schwandorf I   4-4

Der umkämpfte Mannschaftskampf gegen unsere Gäste aus Schwandorf resultierte in einem 4-4.

Geburtstagskind Robert überzeugte mit den weißen Steinen gegen Modernes Benoni. Der typische Hebel e4-e5 öffnete die Linien für die Figuren und wenig später kam es zum entscheidenden Einschlag auf f7. 1-0

Walter spielte gegen die Beschleunigte Drachenvariante, wurde aber von dem gegnerischen Subsystem 8...a5/9...Sg4 überrascht. So konnte der Nachziehende seine Eröffnungsprobleme vollständig lösen und hatte mit seinem Läuferpaar das bessere Spiel. Ungeachtet dessen akzeptierte der Schwandorfer Walters Friedensangebot im 23. Zug. 1.5 - 0.5

Am zweiten Brett ergab sich bei Tobias ein typisches Szenario der Symmetrischen Englischen Eröffnung, in dem beide Seiten mit b2-b4 bzw. ...b7-b5 expandierten. Insgesamt war die Stellung immer einigermaßen ausgeglichen, beim Übergang in ein sehr remisliches Endspiel einigte man sich auf Unentschieden. 2-1

Bernd wurde mit dem gefährlichen Gambitzug 7.d5 gegen die Damenindische Verteidigung konfrontiert und er konnte in der Eröffnung nicht ausgleichen. Als er später im Mittelspiel den Damentausch erzwingen konnte, war die Lage aber wieder unklar. Leider folgte dann wenig später ein grober taktischer Patzer, der Bernd eine Figur und somit die Partie kostete. 2-2

Am Nebenbrett stand der Nachziehende aufgrund Klaus L.s missglückter Eröffnung bereits nach 10 Zügen auf Gewinn, verpasste es nach 17.Sc3 aber, den Sack mit 17...Dxa1 endgültig zuzumachen. So dauerte die Partie noch deutlich länger, am Ende behielt Schwarz dennoch die Oberhand. 2-3

Jürgen kam mit Altindisch gegen das etwas zahnlose 8.dxe5 sehr gut aus der Eröffnung, unterschätzte später jedoch die starke Ressource 21.Sd5! wonach Weiß strukturell klar besser stand. Aufgrund der Mannschaftssituation war Jürgen gezwungen, die Partie dennoch aggressiv zu behandeln und in der Tat gelang ihm vor der Zeitkontrolle am Königsflügel ein entscheidender Schlag. 3-3

An Brett 3 erhielt Klaus K. gegen die Réti-Eröffnung eine vorteilhafte Position, doch im Mittelspiel gelang es Weiß, nahezu alle Fronten zu schließen. Ohne offene Linien bzw. sinnvolle Bauernhebel musste Klaus schließlich in ein Remis einwilligen. 3.5 - 3.5

Am ersten Brett ergab sich in der Richter-Rauzer-Variante ein taktisches Feuerwerk, doch nach der starken theoretischen Neuerung 16...Tc8! bekam Fabian Oberwasser. Nach dem Damentausch stand der schwarze Vorteil zunächst außer Frage. Mit 29...f5? startete Fabian einen überoptimistischen Angriffsversuch, wurde wenig später von 35.Sc4! aber wieder zurück auf den Boden der Tatsachen gebracht (taktische Begründung 35...Lc1 36.Sd6+ Ke7 37.Sxe4! fxe4 38.Td4!). Nach Neueinschätzung der Lage galt es nun, die Partie mit einem Minusbauern zu verteidigen. Obwohl dies ursprünglich sehr schwierig schien, gelang es Fabian schließlich die Remistendenzen im Turmendspiel auszunutzen, wonach die Partie und auch der Mannschaftskampf unentschieden endeten. 4-4

 

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

4. Spieltag: Bamberg I - Klingenberg I   5-3

In Runde 4 unterlagen wir in Bamberg mit 3-5.

Am vierten Brett unterlief Walter in der Eröffnung eine Ungenauigkeit, die ihn einen Bauern kostete. Doch in der Folge gelang es ihm, die Lage zu verkomplizieren und das materielle Gleichgewicht wiederherzustellen. Am Ende unterlief dem Anziehenden sogar ein grober Fehler, der Walter unerwartet den ganzen Punkt einbrachte. 1-0

Tobias spielte gegen die Alapin-Variante und erhielt eine gute Stellung in einem damenlosen Mittelspiel. Ein erstes Remisangebot des Bambergers lehnte Tobias zwar ab, doch wenig später verflachte die Stellung weiter und man einigte sich doch auf die Punkteteilung. 1.5 - 0.5

Am achten Brett spielte Simon gegen einen 3 Jahre jüngeren Gegner. Letzterer ging forsch zu Werke und erreichte eine starke Angriffstellung, gegen die sich Simon schließlich geschlagen geben musste. 1.5 - 1.5

Fabian erhielt nach der Eröffnung eine vielversprechende Stellung, doch verkalkulierte er sich später bei einem Figurenopfer: 14.Sxh7 (?) schien auf den ersten Blick durchzuschlagen, da nach 14...Kxh7 15.fxg6+ Kxg6 16.Sf4+ Kf7 17.Dh5+ Schwarz nur die Wahl zwischen 17...Ke7 18.Sd5+ mit entscheidender weißer Initiative und 17...Kg8 18.Dd5+ mit Verlust des Sc6 hat. Doch in letzter Variante versteckte sich der Haken: 17...Kg8! 18.Dd5+ Tf7! 19.Dxc6 Lb7! mit Damenfang! - schwer zu sagen, ob Schwarz dies bei 13...f6 bereits kommen sah oder ob er das nötige Quäntchen Glück auf seiner Seite hatte. Jedenfalls musste Fabian nach 17...Kg8! umdisponieren, erreichte aber nie ausreichende Kompensation für die geopferte Figur und unterlag später gegen eine äußerst präzise schwarze Verteidigungsleistung. 1.5 - 2.5

Bernd erreichte einen Achtungserfolg mit einem Remis gegen seinen nominell klar favorisierten Gegner. Die Partie war durchwegs taktisch sehr komplex, später ergab sich ein Endspiel mit je Turm + Leichtfigur + 2 Bauern, in dem Bernd die Qualität gewann. Doch leider vermochte der Schwarze dank seines entfernten Freibauerns doch das Remis zu halten. 2-3

Klaus K. wählte ähnlich wie Fabian eine sehr aggressive Eröffnungsstrategie, doch auch er zog leider den Kürzeren, da sein doppeltes Bauernopfer nicht durchschlug und der Nachziehende gut verteidigte. 2-4

Klaus L. erreichte mit Caro-Kann gegen die Vorstoßvariante eine strategisch vorteilhafte Stellung, musste sich schlussendlich aber mit Remis begnügen. 2.5 - 4.5

Ebenfalls Unentschieden endete Jürgens Partie später im Turmendspiel. Jürgen wählte das Botwinnik-System der Englischen Eröffnung und nach einem schwerblütigen strategischen Kampf war die Punkteteilung ein gerechtes Ergebnis. 3-5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

3. Spieltag: Klingenberg I - Forchheim I   2.5 - 5.5

Gegen die Forchheimer Erste kassierten wir heute eine deutliche Niederlage.

Fabians Gegner erschien nicht, was nach 1 Stunde in einem kampflosen Sieg für uns resultierte. 1-0

Tobias einigte sich nach der Eröffnung in ausgeglichener Lage mit seinem routinierten Gegner auf Remis. 1.5 - 0.5

Am dritten Brett kam Klaus K. gegen 5.c4 im Paulsen-Sizilianer nicht so gut aus der Eröffnung. Das weiße Läuferpaar und dessen Raumvorteil am Königsflügel sicherten dem Forchheimer langfristigen Vorteil. Nach und nach konnte Weiß seine Vorteile ummünzen. 1.5 - 1.5

Robert spielte eine der kritischen Hauptvarianten gegen Grünfeldindisch. Nach Damentausch erreichte er schließlich eine aussichtsreiche Stellung, doch der taktische Fehler 33.dxe6?? machte alle vorige Arbeit zunichte. 1.5 - 2.5

Am Nebenbrett konnte Bernd mit den schwarzen Steinen in der Eröffnung nicht ausgleichen, bekam im Mittelspiel dann aber noch gewisse Chancen. Doch nach etwas zu verhaltenem Spiel von Bernd konnte Weiß seine Streitkräfte aktivieren und am Königsflügel entscheidend durchbrechen. 1.5 - 3.5

Klaus L. opferte in der Eröffnung einen Zentralbauern, doch Schwarz antwortete stark mit 13...0-0-0! Zwar gewann Klaus den geopferten Bauern kurzfristig zurück, doch lagen dann sämtliche positionellen Vorteile bei Schwarz, welche dieser sicher verwertete. 1.5 - 4.5

Walter traf auf einen gegen sein Belgrader Gambit gut vorbereiteten Gegner. Neben der Tatsache, dass Schwarz eine günstige Eröffnungsstellung erhielt, bewies dieser noch eine sehr gute taktische Aufmerksamkeit. Nach 17...Lh3! begann die weiße Stellung auseinanderzufallen und der Nachziehende gab Walter keine Chance, ins Spiel zurückzukommen. 1.5 - 5.5

Jürgen erhielt ungeachtet seiner recht passiven Eröffnung bald eine fantastische Stellung.13.f5?! c5! ebnete Schwarz den Weg zu einer massiven Damenflügelinitiative. Trotz knapper Zeit und durchwegs komplizierter Stellung behielt Jürgen stets die Oberhand und gewann schließlich mittels Figurenopfer dank der Kraft seines Freibauernduos. 2.5 - 5.5

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

2. Spieltag: Noris-Tarrasch Nürnberg II - Klingenberg I   4-4

In einer sehr umkämpften Begegnung erreichten wir gegen Noris-Tarrasch Nürnberg 2 unseren ersten Mannschaftspunkt der Saison.

Bernd landete schnell in einem damenlosen Mittelspiel und konnte seinem Gegner aufgrund der symmetrischen Struktur keine ernsthaften Schwierigkeiten bereiten. Nach 15 Zügen folgte der Handschlag. 0.5 - 0.5

Jürgen erreichte mit seiner Englischen Eröffnung eine fantastische Mittelspielstellung (z.B. nach 18.0-0). Mit seinem starken Läuferpaar und der Königsflügelmajorität hatte er die wichtigsten Trümpfe in der Hand, beging dann jedoch mit 24.f3?? einen groben Fehler. Schwarz nutzte dies zwar mittels 24...Sxd5 korrekterweise aus, doch kam dieser schon im nächsten Zug vom rechten Pfad ab. Mit 25...Sb4? stellte Schwarz seinen Springer ins Abseits, wonach Jürgens Königsangriff außer Kontrolle geriet und ihm einen baldigen Sieg brachte. 1.5 - 0.5

Am sechsten Brett bestrafte Klaus L. das gegnerische Eröffnungsexperiment 1.e4 c6 2.e5?! und erspielte sich nach sieben Zügen als Schwarzer buchstäblich den Anzugsvorteil.
Doch leider zog Klaus dennoch im taktischen Scharmützel des Mittelspiels den Kürzeren und landete schließlich in einem verlorenen Turmendspiel. 1.5 - 1.5

An Brett 1 spielte Fabian endlich einmal wieder eine Partie, mit der er uneingeschränkt zufrieden sein konnte. Den gegnerischen Eröffnungsfehler 5...Da5? nutzte er mittels 6.Lxf6 gxf6 7.d5! präzise aus. Somit hatte Fabian bald die ewige Kontrolle über den weißen Felderkomplex erlangt und dann hieß es, die gegnerischen Schwindelchancen ins Leere laufen zu lassen und mit Volldampf dem Sieg entgegenzusteuern. 2.5 - 1.5

Robert bewies gutes Spielverständnis in seiner Igelstruktur und führte die bewährten Pläne bis einschließlich 17...Da8! aus. Wie es bekanntermaßen in dieser Eröffnung schnell passieren kann, war es auch hier Weiß, der seine Stellung überstrapazierte. Nach 28.Sb5 wäre sowohl die Fesselung des Sb5 mittels 28...Db8/Db7 als auch der simple Abtausch 28...Lxb5 klar zu Roberts Gunsten gewesen. Doch mit 28...Tc6?? stellte Robert die Qualität ein und verlor in der Folge dann völlig den Faden. Schade, hier war deutlich mehr drin! 2.5 - 2.5

Walter demonstrierte sehr gute theoretische Kenntnisse gegen das Sizilianische Flügelgambit seines Gegners. Das Eröffnungsduell gewann Schwarz klar, selbst ungeachtet seines Mehrbauern machte Walters Position den harmonischeren Eindruck und so stand Walter nach ca. 25 Zügen bereits haushoch auf Gewinn. Doch dann begann eine sehr schleppende Phase der Vorteilsverwertung, wie Walter später selbst zugab. Unter dem Strich war der schwarze Sieg aber nie ernsthaft gefährdet und wir Zuschauer durften am Ende sogar den klassischen "Brückenbau" bewundern ;-) 3.5 - 2.5

Am zweiten Brett wurde Tobias mit dem relativ seltenen 2.b3 gegen seine Sizilianische Verteidigung konfrontiert. Im Mittelspiel sicherte er sich mehr und mehr Spielanteile. Sehr stark war die Sequenz 39...Te2! 40.Dxa7 Dc2!, insbesondere da Tobias dies unter Zeitdruck fand. Doch nach der Zeitkontrolle schlichen sich dann leider doch ein paar Ungenauigkeiten in Tobias' Spiel ein und Weiß konnte schließlich mittels Turmopfer nebst Dauerschach aus der vorigen Verluststellung entkommen. 4-3

Klaus K. spielte ein theoretisch sehr respektables System gegen die Leningrader Variante im Holländer und erreichte bald gewissen Positionsvorteil. Seine Kontrolle über die einzig offene b-Linie war der wichtigste Aspekt in der Stellung, doch dann ließ Klaus unnötigerweise mittels 35.Tdb2? Dd1+ Gegenspiel zu. Klaus wich der direkten Zugwiederholung aus, doch später erwies sich sein König als zu exponiert und Schwarz übernahm entscheidend die Initiative. Zwar fand der Nachziehende kein Matt, doch konnte er in ein klar gewonnenes Turmendspiel abwickeln. 4-4

Auf dem Papier können wir mit diesem Unentschieden sicherlich zufrieden sein, doch anhand des heutigen Spielverlaufs beschleicht einen doch das Gefühl, dass da bestimmt noch mehr drin war.
 

 

 

[Fabian Englert]

 

 

 

 

1. Spieltag: Klingenberg I - Nürnberg Süd I   2.5 - 5.5

Zum Saisonauftakt erwartete uns mit Nürnberg Süd eine sehr schwierige Aufgabe. Unsere mittelfränkischen Gäste reisten gut vorbereitet und in starker Aufstellung an (sie stellten in Runde 1 nach Durchschnittsrating klar das stärkste Team der Liga). So sah es zwischenzeitlich für uns zwar nicht chancenlos aus, doch am Ende hatten wir wie zu erwarten eine recht klare Niederlage zu verzeichnen.

An Brett 7 kam Bernd mit den schwarzen Steinen gegen das Läuferspiel ungünstig aus der Eröffnung. Im Mittelspiel startete seine Gegnerin eine starke Königsflügelinitiative, die entscheidend durchschlug. 0-1

Tobias erlangte mit dem Réti-System eine zentrale Druckstellung und drängte die schwarzen Leichtfiguren mehr und mehr zurück. Auch nach dem Damentausch hielt der weiße Vorteil an und Tobias erzielte in den nun folgenden taktischen Komplikationen entscheidenden Materialgewinn. 1-1

Am fünften Brett hatte Jürgen nach der Eröffnungsphase konstant leichten Nachteil, da Weiß Raumvorteil, Zentrumsmehrheit und die etwas aktivereren Figuren besaß. Als dann mit 16...c5? eine Fehlentscheidung folgte, erreichte der Anziehende kritischen Vorteil und ließ sich den vollen Punkt nicht mehr nehmen. 1-2

Robert war nominell der größte Außenseiter (sein Gegner spielte vor einigen Jahren noch Brett 1!), doch war die Stellung, die Robert gegen die Tarrasch-Verteidigung herausholte, ursprünglich sehr gut. Doch dann konnte sich Schwarz zunächst mittels 21...c5 befreien und wenig später Roberts taktischen Fehler 26.Sxe6?? (statt 26.Txe6! fxe6! 27.Sb3/Lb4 mit Remisstellung nach weiterer Vereinfachung) ausnutzen und eine Figur gewinnen. 1-3

Klaus L. erreichte im Mittelspiel zunächst eine vielversprechende Angriffsstellung bei heterogenen Rochaden. Leider griff er dann aber mit 21.Le3? fehl, wonach Schwarz die Initiative übernahm, in der Folge in ein vorteilhaftes Endspiel kam und dieses schließlich verwertete. 1-4

An Brett 3 kam Klaus K. mit guter Stellung aus der Eröffnung und vor allem sein signifikantes Bedenkzeitplus (ca. 1 Stunde gegen 20 Minuten des Gegners) ließ uns hoffen. Doch Klaus wickelte mit 19...De5? ungünstig ab, wonach er zunehmend in Nachteil geriet. Nach 25.Sc4! Td4 besaß Weiß eine positionelle Gewinnstellung und musste eigentlich nur noch 26.a5! finden. Stattdessen ließ sich der Anziehende von 26.Sxe5? verführen, wonach Klaus mittels 26...Lxe4! die Lage wieder verkomplizieren konnte. Daraufhin verlor der Anziehende den Faden (vermutlich auch wegen des Zeitdrucks) und Klaus konnte noch vor der Zeitkontrolle die Partie für sich entscheiden. 2-4

In komplexer Mittelspielstellung war Fabian vor allem darauf bedacht, die gegnerischen Angriffsabsichten zu unterbinden, was auch gelang. Als er den Damentausch erzwingen konnte, bekam Schwarz dann etwas Oberwasser. Die kritische Stellung entstand im Turmendspiel, als Fabian gegen den scheinbar guten prophylaktischen Zug 46.Kf4(?) das irrwitzige, aber bärenstarke 46...Th6!! fand. Doch nach 47.Kg3 gab er sich vorschnell damit zufrieden, das g5-Feld für seinen König freigekämpft zu haben und nach 47...Th1? 48.Txe6+ Kg5 war die Stellung wieder objektiv Remis, was Weiß auch schön demonstrierte (51.Tf7!=). Nach 46...Th6!! 47.Kg3 hätte Schwarz gewinnen können mit folgender sehr präzisen Sequenz: 47...b4! (der e6-Bauer ist ja immer noch tabu!) 48.Tb7 Th1! 49.Txb4 h5!! was mittelfristig im Gewinn des e5-Bauern und somit einer technischen Gewinnstellung resultiert - tja, Turmendspiele sind nicht immer einfach! 2.5 - 4.5

Walter wurde von der McCutcheon-Variante im Franzosen überrascht, erlangte im Mittelspiel aber eine sehr gute, wenn auch aus praktischer Sicht unklare, Stellung. Nach dem Damentausch erlangte Schwarz ein vorteilhaftes Turmendspiel, spielte aber nicht sonderlich genau (man vergleiche nur die Stellungen nach 33...Kf8-+ und 37...Tdd7 =+). Leider verpasste es Walter später, mit 56.f5+! Kg5 57.fxe6 hxg4+ 58.Ke4! fxe6 59.Txe6 bzw. dem zugegeben schwierigen 61.f5! exf5 62.Kf4! das Remis zu sichern und musste sich letztlich geschlagen geben. 2.5 - 5.5
  

 

 

[Fabian Englert]

 

 

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